Die fertigungstechnische Forschung hat in München eine lange Tradition. Im Jahre 1868 erhielt die im 18. Jahrhundert in München gegründete polytechnische Schule den Rang einer Technischen Hochschule.
1875 wurde Prof. Egbert von Hoyer von SM König Ludwig II zum Ordinarius berufen. Er beschäftigte sich vor allem mit der mechanischen Technologie, der Metallkunde sowie mit Textil- und Papiermaschinen.
1913 stellte Prof. Christian Prinz das Zeitsparen in den Vordergrund und thematisierte Fragen zur Fabrikorganisation.
1933 standen im Mittelpunkt von Prof. Heinrich Schallbrochs Arbeiten die Grundlagen der Zerspanung. Er leistete wichtige Beiträge zur Verbesserung der Gestaltung von Werkzeugmaschinen, insbesondere durch Untersuchungen zur Spanungstemperatur, zur Zerspanbarkeit der Werkstoffe sowie zu Einsatzmöglichkeiten neuer Schneidwerkstoffe.
1949 übertrug Prof. Felix Eisele zahlreiche Lösungsansätze auf dem Gebiet des dynamischen Verhaltens von Werkzeugmaschinen sowie der Mitarbeiterführung in die Praxis.
1967 standen bei Prof. Karl G. Müller Fragen der Betriebsplanung, Informationstechnik sowie der Produktionstechnik im Vordergrund. Technologisch beschäftigte er sich mit Funkenerosionsverfahren, der Dynamik von Werkzeugmaschinen und strebte Automatisierungslösungen an.
1981 brachte Prof. Joachim Milberg mit Industrierobotern und Montagetechnik einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt in die Arbeiten des iwb ein und baute die thematischen Schwerpunkte auf die derzeitige Bandbreite aus. Besondere Beachtung fanden seine Arbeiten auf dem Gebiet der rechnerintegrierten Produktion. In seine Zeit fällt 1984 der Aufbau des Forschungszentrums in Dornach, 1985 die Wiedereinführung des münchner kolloquiums und 1992 die Initiative zum produktionstechnischen Anwenderzentrum in Augsburg.
1993 trat Prof. Gunther Reinhart neben J. Milberg in die Leitung des iwb ein. Der Aufbau der Modellfabrik als "Forschungsplattform Unternehmen", die Integration von Qualitätsaspekten sowie die Steuerungstechnik ergänzten die Aktivitäten des Instituts. Gleichzeitig wurde 1994 das Anwenderzentrum in Augsburg in Dienst gestellt. 1997 bezog das iwb den neuen Fakultätsbau in Garching. 1998 verließ Prof. Milberg das iwb und Prof. Reinhart übernahm die Leitung des Instituts.
2002 wurde Prof. Michael Zäh auf den Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik berufen und kehrte damit nach sechs Jahren Industrietätigkeit ans iwb zurück. Er widmet sich in besonderem Maße Fragen des Strukturverhaltens von Werkzeugmaschinen sowie der Weiterentwicklung innovativer Fügeverfahren und generativer Fertigungsprozesse. Zu seinen Interessensschwerpunkten gehört seit 2006 auch Kognition für technische Systeme.